& das nennen wir ewig

Dein Name.
In der Glut ist eine Sekunde nur: dein Name.
& ich brenne
leuchtend unter deiner Hand.

Die Nacht küss ich dir
sanft.
Umfasse Hüfte,
Bauch
& Brust,
immer dein Gesicht.

& wenn ich mich 1x zu dir wende,
dann ist die Welt
wirklich.
Nicht wirklicher als sonst, nein,
das ist sie nicht,
aber wirklich ist sie doch
– wie eine Traube in der Hand.

Ich bin suchenden Auges deinetwegen,
ein Blick, der endlos ist
in einer wändevollen Welt.

Nichts ist für immer, sagt mein Mund. Und hasst dabei jedes einzelne Wort.
Wie aus Wolken bin ich. Trotzdem, mein ich. Trotz aller Endlichkeiten. Also lass dich nicht täuschen. Heute Abend bin ich leicht, & gestern war ich’s auch, zwischen all den Stunden, die voller Sehen sind. Hier – auf diesem Bett unter einer orangen Sonne, die nachts für uns scheint, da am Fenster. Bis wir brennen & die Wände dünn sind unsretwegen. Wenn ich doch nur klar denken könnte, sagt mein Kopf. & die Tür im ersten Stock, die schließt sich ganz leise, ich hör sie kaum, sie schließt sich fast allein. Hör auf – bei jedem Schritt klopft ein Herz. Vielleicht ist es wirklich meins. Hör auf. Aber es ist doch schon längst zu spät. Wie im Rausch verlasse ich dieses Haus, das geschliffene Glas seh ich gar nicht mehr, & die Straße, die abends voller Ecken war, ist jetzt plötzlich weich. Überall ist die Sonne, überall brennt rotes Gold. Nimmersattes Glück.

In verbrauchten Kleidern geh ich durch die Stadt, & fahre viel im Kreis; ich vergesse meinen Saft in einer Bäckerei. Die Verkäuferin ruft es mir nach. Ich hör sie kaum. Wenn der Wind rauscht, dann sind es Fahrradfahrer. Die sirren von rechts nach links,
& immer nach links,
wo das Herz schlägt,
& das Herz schlägt wild.
Draußen riecht es nach Herbst & Winter,
es riecht nach Haut, die salzig schmeckt zwischen meinen Lippen.
Ich könnte ewig küssen,
ewig liegen,
wenn der Wecker nicht wäre, der mich aus allem reißt,
was Traum ist
& leichtes Glück,
aber am Ende gewinnt stets der Wecker, der so laut ist, dass einem fast die Nerven durchgehen. Das Bett, in dem wir liegen, ist dabei immer das einzige Bett; es ist unser ganzes Leben. Decken & Kissen & zwei Menschen, die —

Es folgen kleine Abschiede, die einen großen vorwegnehmen, der nicht geschehen will, weil Jetzt jetzt ist, & das nennen wir ewig. Im Hintergrund läuft irgendwo Musik; das geschieht beim Schlingern der S-Bahnböden, zwischen all dem müden Zeitungspapierrascheln: unterwegs riecht es nach billigem Kaffee & viel zu viel Parfum, & ich versuche nichts – davon – nichts versuch ich davon zu schmecken, & nur dieses: dein Popcornmund, deine Fruchtbärenlippen, die Süße deines Lächelns. In der Bahn starren alle, weil ich ganz abwesend bin. Die Türknöpfe treff ich nur schlecht; sie fluchen hinter mir. Denk nicht, sagt 9 Uhr. Denk nicht, sagt 19:30 Uhr. Denk nicht, sagen sie alle. Sie raten zum Genuss. Also – genieße ich. Jeden Blick, jeden Kuss, jeden —

Gedanken.

Was zählt
ist die Mitte des Sturms.

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