Wir sind der Wind

Für S.R.

Sterngeborene.
Das Wort geht,
stolpert –
es fällt mir durch den Kopf
nach draußen
auf die Zunge zum Biss,
wo die Kälte lauert,
& wird dort zur Dorne mir im Mund.

Ich liege wach,
die ganze Nacht lieg ich wach – da neben dir.
Sehe ein Stück Stadt, Himmel,
die U1, wie sie nach links & nach rechts fährt,
unermüdlich: die Lichter.

Dich,
dich seh ich ganz.
Die Löcher in deinen Ohren, die Wimpern, den Mund.
Ich zähle die Blumen, die dich decken;
sie sind mir namenlos.

Ich suche dich,
mein Ohr am Rücken & dein Herzschlag, wie gerufen.
Wie leicht wir Ich sagen zu dir & wie wenig zu Uns.
Wir schreiben stumm in unsre Haut: Legenden –
Mythen vom Sehen & Erblinden,
von der Liebe, die sich an den Schwanz greift zum Stöhnen,
& leise sich umdreht & weg von den Augen;
von uns schreiben wir nichts.

Sonne & Mond hast du als Hände & Hand
in Händen gehn wir zwischen zwei Wolken,
wo es stürmt in uns drin & lichtert,
wo es strahlt –
Amberfarbenes,
& dunkelt des Nachts,
wo die Hitze sich aufwirft zu Decken.
Wir träumen einander.
Wir senken die Decken wie Beile,
als Knochen in deine Knochen,
in mein Fleisch an deinen Lippen,
& Finger tanzen über Herzen,
als wären sie uns aufgemalt.

Einen Kuss zum Abschied teilen wir
wie Diebe das gestohlene Brot,
& sind Götter im Schließen der Tür.

Ich suche dich, Wind,
suche die Tage im Licht,
& die Nächte, die namenlos sind;
ich suche die Brücken & Tore,
die Wege, die wir gingen,
suche zwischen den Laken den Menschen, der blieb.

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